Süddeutsch vs. Ostdeutsch

Oktober 13, 2006

Eine gelungene Titelseite präsentiert diese Woche das Süddeustsche Zeitung Magazin. Diese ziert ein idyllisches Bild des weniger idyllischen, sächsischen Dorfes Reinhardtsdorf-Schöna. Die Bewohner dieses Dorfes verhalfen der NPD bei der Landtagswahl zu 23,1% ihrer Stimmen. Unter dem Foto titelt das Süddeutsche Zeitung Magazin durchaus treffend „Hier wohnt der Hass“.

sachsendorf

Die getroffenen Hunde aus Reinhardtsdorf-Schöna bellen natürlich gleich los: Es fallen Wörter wie Plump, Pauschal, Bauchschmerzen, Verkürzung. Also die übliche Rhetorik, wenn mal jemand die Wahrheit sagt über die barbarische Seligkeit in Ostdeutschland. Den größten Witz aber riss Bürgermeister Olaf Ehrlich, der parteilos ist also noch nicht bei der NPD, als er sagte, dass die Schlagzeile unterschlagen würde, dass 3/4 der Bürger des kleinen Ortes sich gegen Neonazis aussprechen würden. 2 Dinge fallen sofort auf:

1. Man muss offenbar von Glück sprechen, dass so viele nicht die Nazis wählen

2. Die Deutschen werden nicht müde immer die angeblich so dissidente Masse hervorzuheben.

Das eigenliche Problem liegt auf der Hand. 23,1% sind 23,1% zu viel und die Ossis wählen sie selber, reden sie klein oder sich raus und wollen eigentlich nur in Ruhe gelassen werden. Den Gefallen wollen wir ihnen aber nicht tun.

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